C H A R A K T E R E
Auguste Imbert
Folgende Beschreibung liegt dem Hauptprotagonisten zugrunde:
Aussehen – etwas zu dick, aber konturiert gebaut. Breite Schultern. Kräftiges Kreuz.
Aussenwirkung – Imposant, wenn er es darauf anlegt, aber normalerweise dezent und zurückghaltend.
Charaktertyp – Weiß, was er will, gibt fast nie auf, hat Ideale.
Haltung – Immer aufrecht gehend. Klare Aussage in seinem Gang.
Immer dabei – ein kleines goldenes Taschenmesser, sein Smartphone, ein Samsung Galaxy Note.
Kleidung – Leger. Legt keinen Wert auf teure Kleidung, es sei denn, er ist offiziell unterwegs.
Schmuck – Ein einziger Ring, mit einer Inschrift, die nur er kennt.
Sprache – Direkt, aber diplomatisch. Kann sehr wohl auf unfaire Argumentation reagieren.
Stimme – Meist leise, um die Zuhörer zum Zuhören zu zwingen. Kann aber auch leicht aufbrausen. Ganz selten wirklich laut.
 
Capitaine Romaine Magali Fresne-Saint-Mamès,
von den einen abfällig «Mahgy», von den anderen nahezu liebevoll «Romy» gerufen, ist für das zuständig, was ihre beiden männlichen Vorgesetzten Auguste Imbert und Daniel Dremruz gar nicht beherrschen: Bürokratie zum eigenen Vorteil nutzen, eine gewisse Ordnung in Abläufe zu bringen und dann auch beizubehalten, Termine fristgerecht wahrzunehmen und als Anlaufstelle für Kontakte von außen zu dienen.
Mit ihren 46 Jahren mitten in der Blüte einer gutausgestatteten femme fatal, sagte man ihr das ein oder andere gewesene Verhältnis zu dem ein oder anderen einflussreichen Mitbürger ihrer Heimatstadt Gap nach. Sie selbst negierte entsprechende Aussagen vehement und verwies auf ein imposantes vorgezogenes Erbe, welches ihr ein Leben ohne männliche Sponsoren und eigentlich auch ohne Arbeit ermöglichte.
Romy liebte neben gutem Essen die schnelle Fortbewegung und es ging das Gerücht, dass es in PACA keine Radarfalle gebe, die nicht schon Photos von ihr im Mégane TCe 275 oder auf ihrer Kawasaki Ninja H2R gemacht hätte.
 
Daniel Dremruz,
42 Jahre alt, Glatze, hager, immer auf dem neuesten Stand, zumindest was Kleidung angeht.
Dremruz redet gerne und viel. Leider immer so intelligent, dass es selten sinnvoll ist, ihn zu unterbrechen. Was dennoch vorkommt.
Dremruz hatte, genau wie sein direkter Chef Imbert, diverse, um nicht zu sagen unzählige dienstliche Aufsichtsbeschwerden hinter sich und ist vom Commissariat in Brest zwecks aus der Schusslinie nehmen in den Süden Frankreichs strafversetzt worden.
 

I G P N


Imbert war Directeur des Services Actifs und Leiter der Commission Inspection Générale de la Police Nationale (IGPN) in Lyon, Amtssitz in Gap. Oder auch im Innenministerium in Paris, wie man es denn nahm.
Dass er als aktiver Ermittler tätig sein konnte und nicht nur gegen Kollegen ermittelte, hatte mit der einen von zwei vorrangigen Aufgaben der IGPN zu tun.
Leicht diffus und indifferent hieß es da in den Statuten, ihre Rolle habe zuerst mit einem 'audit général des services' zu tun. Das war dehnbar, und Imbert hatte sich eine kleine Truppe aufgebaut, welche effektiv und schlagkräftig an die Fälle heranging, die den normalen Commissariats häufig über den Kopf stiegen.

 

Innenministerium

Das Innenministerium von Frankreich (offiziell französisch Ministère de l’intérieur, de l’outre-mer, des collectivités territoriales et de l’immigration, auf Deutsch: Ministerium des Innern, der Übersee(gebiete), der Gebietskörperschaften und der Einwanderung) ist eines der wichtigsten Kabinettressorts in der französischen Regierung. Das Ministerium hat seinen Sitz im Hôtel de Beauvau im VIII. Pariser Arrondissement neben dem Élysée-Palast.

 
Dr. Dr. Joaquin Hermes,
Mediziner und Philantrop, Geisteswissenschaftler und selbsterklärter Freidenker war der zuständige Gerichtsmediziner und somit direkter Ansprechpartner für all die Fälle, wo Imbert und sein Team es mit dahingeschiedenem Leben zu tun hatten.
Im Rahmen seiner Arbeit hatte er entdeckt, wie sehr ihn auch der kriminalistische Aspekt seiner Arbeit begeisterte. Die enge Freundschaft zu Imbert erlaubte es ihm, ohne weitere Nachfrage oder Zustimmung Dritter an allen Fällen des IGPN aktiv und häufig richtungsbestimmend teilzunehmen. Dass er nebenbei vom intellektuellen Standpunkt, reinem IQ, aber auch mit Hinblick auf seinen sozialen Quotienten aus der breiten Masse der Imbert bekannten Menschen herausstach, lag nicht nur an seinem Doktor in Medizin, sondern vielmehr an seiner weiteren akademischen Ausbildung als Geisteswissenschaftler und Kunstkritiker an der Universität von Bologna, wo er nebenbei dann auch noch einen weiteren Titel in eben diesen Fächern erworben hatte.
Hermes, Gott der Kunsthändler und der Redekunst, als Götterbote dem Zeus Untertan; das konnte kein Zufall sein, wenn sein bester Freund diesen Namen trug.
 
Mahalia van Halen
Und mit diesem eher unüblichen Namen war sie, es gab in ganz Frankreich nur 17 Personen mit diesem Namen, von denen nur fünf in das Altersraster und nur eine Person sich regional zuordnen ließ, mit diesem Namen war sie daraufhin auf weitere Daten gestoßen.
‚Mahalia van Halen‘, Romy musste bei dem Nachnamen erneut auflachen, war doch van Halen eine der Bands, die Imbert immer wieder mal gerne mit ziemlich hoher Lautstärke daheim auflegte.
Van Halen war in Public Health Nutrition promoviert, hatte aber nur kurz in diesem Bereich gearbeitet, war im Weiteren in verschiedenen Umweltprojekten à la Jacques Frescos Venus Project tätig gewesen und hatte 2010 tatsächlich den unter Frauen sehr begehrten Preis Trophée des femmes en Or im Bereich Générosité erhalten.
 
Préfet Norac
Noracs Stimme überschlug sich, entwickelte sich zu einem Stakkato diverser Imperative. Wie immer. Choleriker. Unangenehm.
Vor ihm stand der eher etwas kleinwüchsige Präfekt der Hautes Alpes, Jean-Francois Norac, bekleidet mit Springerstiefeln, Camouflage-Hose und Weste sowie einem Cappy, wo seitlich der Spruch ‚Légionnaire d’un jour, légionnaire toujours‘, der Maxime der Fremdenlegion eingestickt war.