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Treck der Bouquetins

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Treck der Bouquetins


S i on ne voulait qu’être heureux, cela serait bientôt fait; mais on veut être plus heureux que les autres; et cela est presque toujours difficile, parce que nous croyons les autres plus heureux qu’ils ne sont.

Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.

Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu

Anno 56. Caesar. veni, vidi, vici. Hohe, majestätische Berge ragen in die Wolken. Silberne Bäche springen zu Tal. Grüne Wiesen bedecken die Hügel der Caturigen. Befestigte Dörfer auf steilen Felsen. Orte der Sehnsucht. Und der Liebe.

Heute. Südfrankreich. Ein fast vergessenes Département. Ein Toter. Mitten im Nirgendwo. Imbert auf der Suche nach einer kaum verfolgbaren Spur von Drogen, Verwicklungen und Anschuldigungen. Im Zwiespalt seiner Gefühle zwischen zwei Frauen. Und erneut Spielball höherer Politik.


 
D er Eingang zum Hospital war offen, die Türen von Schrotflinten und Schlimmerem durchlöchert, die Wände von vielen Brandsätzen schwarz gefärbt. Imbert und Dremruz sprangen in den Vorraum, orientierten sich, sahen eine eingestürzte Decke zum zweiten Stock, nahmen Deckung hinter massiven Betonsäulen auf und checkten systematisch die Räume einen nach dem anderen auf etwaige Gegner. Nichts. Kein Michel Dousar, keine Gegner. Eine unwillkürliche Stille durchzog die unteren Räume des ehemaligen Hospitals. Von einer Wand schaute ein Erzengel Remiel mit traurigem, aber erbarmendem Blick aus einem alten historischen Gemälde auf sie herab. Remiel, oft und missverständlich als «Gnade Gottes» bezeichnet, bedeutete in der hebräischen Ableitung eher «Donner Gottes». Und als solche empfand Imbert sich in diesem Augenblick.

Wer stellt ein paar nette Worte zur Verfügung?