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I M B E R T

Ein Kriminalroman aus einem der schönsten Départements Frankreichs.

Klappentext

Die Klippen von St. Paul

Anno 56. Caesar. veni, vidi,vici. Hohe, majestätische Berge ragen in die Wolken. Silberne Bäche springen zu Tal. Grüne Wiesen bedecken die Hügel der Caturigen. Befestigte Dörfer auf steilen Felsen. Orte der Sehnsucht. Und der Liebe.

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Heute. Südfrankreich. Ein fast vergessenes Département. Ein Toter. Mitten im Nirgendwo. Imbert auf der Suche nach einer kaum verfolgbaren Spur von Drogen, Verwicklungen und Anschuldigungen. Im Zwiespalt seiner Gefühle zwischen zwei Frauen. Und erneut Spielball höherer Politik.

ISBN: 978-3-739-22612-5

O R T E

Die Romane spielen alle im Einzugsgebiet der Hautes Alpes sowie der angrenzenden Départements.

Um einen kleinen Einblick in diese Gegend zu geben, sozusagen ein kleiner Reiseführer,

werden hier im Laufe der Publizierung der weiteren Romane Reiseberichte und Eindrücke

zu den jeweiligen Stätten beschrieben.

 

„Gap  ist die Hauptstadt des französischen Départements Hautes-Alpes und liegt in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Die Gemeinde ist Hauptort des gleichnamigen Arrondissements und auch Hauptort von sechs Kantonen.

Gap wurde zur Alpenstadt des Jahres 2002 gekürt.“ Quelle

Gap ist der Hauptsitz der IGPN, in der Imbert und sein Team arbeiten. Gegenüber der Präfektur ergibt sich so eine interessante Ambivalenz zwischen den beiden Verantwortlichen Imbert als Chef der IGPN und Norac als Präfekten. Desweiteren befindet hier das CHICAS, das Krankenhaus, in dem Isabelle behandelt wird und von wo sie Teile ihrer Arbeit erledigt.

Gap ist ein sehr angenehmer Ort mit hoher Lebensqualität, wenn man mal von der katastrophalen Verkehrsleitung durch den Ort absieht. Man findet dort alles, was zum Leben notwendig ist und hat auch Auswahl an einer Reihe von spannenden kuturellen Ereignissen durchs komplette Jahr hindurch.

2013 war Gap „ville la plus sportive“. Was sich in unzähligen Starts und Zieleinläufen der Tour de France oder auch als Übernachtungsetappe der Rallye Monte Carlo niederschlägt.

„Barcelonnette ist eine französische Gemeinde mit 2706 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Nordosten des Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur zwischen der Provence, dem Piemont und der Dauphiné. Barcelonnette ist Sitz der Unterpräfektur im gleichnamigen Arrondissement.“ Quelle

Barcelonnette lebt von seiner Vergangenheit. Und das ist positiv gemeint. Zum einen die rückkehrenden Auswanderer aus Mexico (hier ein wirklich lesenswerter Artikel, leider auf französisch), zum anderen als Brückenpfeiler und nunmehr letzter Ort auf dem Weg nach Italien.

„Marseille ist die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais [maʁ.sɛ.ˈjɛ] nennen, ist Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Marseille ist mit 855.393 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs.

Marseille war 2013 gemeinsam mit der slowakischen Stadt Košice Kulturhauptstadt Europas.“ Quelle

Ich muss ja ehrlich zugeben; ich nutze Marseille mit Marignane eher als liebgewonnen Flughafen Richtung London, denn als Kulturhauptstadt Europas.
So sehr die Stadt auch mit ihrer Geschichte aufzutrumpfen vermag; so sehr Fußballfans aus allen Ecken Frankreichs sich für „OM“ ereifern können; mir ist diese Stadt aufgrund ihrer nicht bewältigten Kriminalität allerorten nichts allzu sehr ans Herz gewachsen.
Dennoch ist die Anzahl und die Qualität der vorhandenen Museen in jedem Fall eine Tagesreise wert, die man dann auch gerne im Hafenviertel bei gutem und teurem Essen abschließt. Ob es nun das „neue“ Musée Regards de Provence oder das neueröffnete Musée des Beaux-Arts oder auch das Borély oder Cantini sind: eine Besuch wert ist jedes von ihnen.

„Cuneo (piemontesisch Coni) ist eine in der Region Piemont gelegene Stadt mit 56.081 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in Norditalien und Hauptstadt der Provinz Cuneo.Cuneo ist Sitz des Bistums Cuneo. Schutzpatron der Stadt ist San Michele.“ Quelle

Imberts Kollege und Freund Garibaldi hat seine Dienststelle in Cuneo. Wer von Gap nach Cuneo einen Weg sucht, dem wird die spannenste Route über den Col de Larche häufig durch die (nicht) allzu intelligenten Reiseplaner verwehrt. Dennoch sind diese gut 160km vom Feinsten mit Hinsicht auf Naturerlebnis und, sofern man mal gerne einen Wildschweinbraten anknuspern mag, lokale Kulinarik vom Feinsten. Nachts ist absolute Vorsicht geboten, da extrem viel Wild auf den Straßen unterwegs ist. Rehe, Hirsche, Wildschweine, Dachse, Füchse und mit viel Glück (?) Wölfe. Was ich in einer Nacht auf der Rückreise von Cuneo nach Gap gesehen habe, reicht für eine tolle Kurzgeschichte.

„Digne-les-Bains (okzitanisch Dinha) ist eine Gemeinde mit 16.512 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) in Südfrankreich. Sie ist die Hauptstadt (Präfektur) des Départements Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Digne-les-Bains ist Kurstadt (les Bains) und nennt sich auch „Hauptstadt des Lavendels“. Bis zum 24. Juni 1988 hieß die Stadt offiziell Digne.

Die Stadt ist Sitz des Bistums Digne, das bereits seit dem 4. Jahrhundert besteht. Bischofskirche ist die Kathedrale Saint-Jérome.“ Quelle

Digne, Tor zum Lavendel. Magnet aller touristischen Strömungen in den Sommermonaten. Abseits dieser wirklich besuchenswert. Gute Kulinarik, eher weniger echte Kultur. Aber immer frohes Treiben in den Gassen, fast immer unerwartet hohe Temperaturen. Und immer einen Espresso wert.

Saint-Paul-sur-Ubaye ist eine französische Gemeinde mit 208 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört administrativ zum Kanton Barcelonnette im Arrondissement Barcelonnette.“ Quelle

Ich liebe Saint Paul als Ausgangspunkt für vielfältige Exkursionen in das auch von Nicht-Bergsteigern bewältigbare hohe Alpengebiet. Und nahezu immer finden sich Momente, die ich mit meiner Kamera gerne aufnehme, bieten sie doch Inspiration pur mit Hinblick auf Flora und Fauna.

L E S E P R O B E

Ein kurzer Absatz aus dem Roman. Imbert im Zweifel mit sich selbst. Ob und wie Humanismus in diesen Zeiten noch anwendbar ist.

Humanismus. Imbert hatte immer gedacht, der Humanismus sei das Allheilmittel für jedwede Form von Lebenskonfrontation. Sozusagen die Wunderwaffe jenseits von glaubensbasierten Lösungen. Sein Glaube an den Humanismus, in Früh-Gestalt des Francesco Petrarca, Marsilio Ficinos, später Rudolf Agricolas, in den künstlerischen Werken von Leonardo da Vinci und in der Gestalt von Erasmus von Rotterdam – all dies waren formende Wegbegleiter seines persönlichen Lebens gewesen.

Er hatte sich schon früh, zu Beginn der Abschlachtereien des angeblichen «Islamischen Staats» in Syrien, selbst mit dieser Frage konfrontiert. Und kapituliert. Denn sein bisheriges Wertgefüge ließ keine passende Antwort zu. Es gab keine moderate Lösung. Wenn im Tschad oder in Nigeria die Regierungen auf Unterstützung von Söldnern, ehemaligen Angolakämpfern, Apartheitskämpfern und Söldnern von Executive Outcomes zurückgriffen, nur um die massenhaften Übergriffe der Boko Haram einzudämmen, dann hatten sie seine volle Zustimmung. Wer einmal das Leid gesehen hatte, welches durch den Boko Haram wie ein Buschfeuer durch diese Region getragen wurde, der würde jedwede Eindämmung von Massenvergewaltigungen, Genoziden und brutaler Folterung gutheißen.

Aber war er ein Ritter in der Verteidigung der Werte seines westlichen Kulturkreises? Hatte er das Recht zu urteilen? Oder handelte es sich vielleicht sogar um Notwehr? Im großen Kontext einer glaubensbasierten Auseinandersetzung zwischen radikalem Islam und den Werten des Okzidents?

Imbert hatte sich damit sehr bewusst aus der Komfortzone seines bisherigen beruflichen Lebens herausbewegt. Und er würde sich wohl nicht so schnell zurückbewegen können. Dafür standen die Zeichen der transnationalen Konflikte zu schlecht.

Seine Gedanken schweiften. Zwischen diesen existentiellen Gedanken; und dem Wohlfühlgefühl, ausgelöst durch die wunderbare Frau an seiner Seite; zu seinen Eltern, denen er einen Rückruf versprochen hatte; zu Lia Ancateau, die ihn tief in sich selbst erwischt hatte. Zu seinen Tieren, die seit Tagen zwar Futter, aber keine Zuwendung bekamen. Imbert kämpfte mit sich selbst. Er würde unbedingt schlafen müssen. Konnte aber nicht. Also begann er – ein bei ihm bewährtes Mittel – im Kopf alphabetisch Frauennamen aufzusagen. Je Buchstabe mindestens 20. Bei ‘D’ fiel er in einen tiefen Schlaf.

C H A R A K T E R E

 Exzerpte aus dem Roman zu den Protagonisten und Charakteren

Romaine Magali Fresne-Saint-Mamès

Capitaine Romaine Magali Fresne-Saint-Mamès, von den einen abfällig «Mahgy», von den anderen nahezu liebevoll «Romy» gerufen, war für das zuständig, was ihre beiden männlichen Vorgesetzten Auguste Imbert und Daniel Dremruz gar nicht beherrschten: Bürokratie zum eigenen Vorteil nutzen, eine gewisse Ordnung in Abläufe zu bringen und dann auch beizubehalten, Termine fristgerecht wahrzunehmen und als Anlaufstelle für Kontakte von außen zu dienen. Mit ihren 46 Jahren mitten in der Blüte einer gutausgestatteten femme fatal, sagte man ihr das ein oder andere gewesene Verhältnis zu dem ein oder anderen einflussreichen Mitbürger ihrer Heimatstadt Gap nach. Sie selbst negierte entsprechende Aussagen vehement und verwies auf ein imposantes vorgezogenes Erbe, welches ihr ein Leben ohne männliche Sponsoren und eigentlich auch ohne Arbeit ermöglichte. Romy liebte neben gutem Essen die schnelle Fortbewegung und es ging das Gerücht, dass es in PACA keine Radarfalle gebe, die nicht schon Photos von ihr im Mégane TCe 275 oder auf ihrer Kawasaki Ninja H2R gemacht hätte.

Auguste Imbert

Folgende Beschreibung liegt dem Hauptprotagonisten zugrunde:

Aussehen –  etwas zu dick, aber konturiert gebaut. Breite Schultern. Kräftiges Kreuz.
Aussenwirkung –  Imposant, wenn er es darauf anlegt, aber normalerweise dezent und zurückghaltend
Charaktertyp –  Weiß, was er will, gibt fast nie auf, hat Ideale
Haltung –  Immer aufrecht gehend. Klare Aussage in seinem Gang
Immer dabei –  ein kleines goldenes Taschenmesser, sein Smartphone, ein Samsung Galaxy Note
Kleidung –  Leger. Legt keinen Wert auf teure Kleidung, es sei denn, er ist offiziell unterwegs.
Schmuck –  Ein einziger Ring, mit einer Inschrift, die nur er kennt.
Sprache –  Direkt, aber diplomatisch. Kann sehr wohl auf unfaire Argumentation reagieren.
Stimme –  Meist leise, um die Zuhörer zum Zuhören zu zwingen. Kann aber auch leicht aufbrausen. Ganz selten wirklich laut.

Daniel Dremruz

Daniel Dremruz, 42 Jahre alt, Glatze, hager, immer auf dem neuesten Stand, zumindest was Kleidung anging. Dremruz redete gerne und viel. Leider immer so intelligent, dass es selten sinnvoll war, ihn zu unterbrechen. Was dennoch vorkam. Dremruz hatte, genau wie sein direkter Chef Imbert, diverse, um nicht zu sagen unzählige dienstliche Aufsichtsbeschwerden hinter sich und war vom Commissariat in Brest zwecks aus der Schusslinie nehmen in den Süden Frankreichs strafversetzt worden.

Mahalia van Halen

Und mit diesem eher unüblichen Namen war sie, es gab in ganz Frankreich nur 17 Personen mit diesem Namen, von denen nur fünf in das Altersraster und nur eine Person sich regional zuordnen ließ, mit diesem Namen war sie daraufhin auf weitere Daten gestoßen. ‚Mahalia van Halen‘, Romy musste bei dem Nachnamen erneut auflachen, war doch van Halen eine der Bands, die Imbert immer wieder mal gerne mit ziemlich hoher Lautstärke daheim auflegte. Van Halen war in Public Health Nutrition promoviert, hatte aber nur kurz in diesem Bereich gearbeitet, war im Weiteren in verschiedenen Umweltprojekten à la Jacques Frescos Venus Project tätig gewesen und hatte 2010 tatsächlich den unter Frauen sehr begehrten Preis Trophée des femmes en Or im Bereich Générosité erhalten.

Maurizio Garibaldi

Maurizio Garibaldi, in direkter genealogischer Nachfolge des legendären Giuseppe, antworte umgehend in einem glasklaren Deutsch.

Kommissar aus Cuneo. Durch Geschehnisse aus der Vergangenheit eng mit Imbert befreundet. Spricht neben seiner Muttersprache französisch und deutsch.

Préfet Norac

Noracs Stimme überschlug sich, entwickelte sich zu einem Stakkato diverser Imperative. Wie immer. Choleriker. Unangenehm.

Vor ihm stand der eher etwas kleinwüchsige Präfekt der Hautes Alpes, Jean-Francois Norac, bekleidet mit Springerstiefeln, Camouflage-Hose und Weste sowie einem Cappy, wo seitlich der Spruch ‚Légionnaire d’un jour, légionnaire toujours‘, der Maxime der Fremdenlegion eingestickt war.

Dr. Dr. Joaquim Hermes

Es handelte sich um Dr. Dr. Joaquin Hermes, Absolvent der medizinischen Fakultät der UPEC, Paris XII, der sich neben seinem medizinischen Titel auch einen Doktortitel in Kunst und Geisteswissenschaften an der Università di Bologna erarbeitet hatte. Hermes war insbesondere auf den zweiten Titel sehr stolz, handelte es sich bei der Universität von Bologna doch um die älteste universitäre Lehrstätte in Europa überhaupt.

Sandrine LeCorps

Als Élève Officier de Police, und damit direkt als weiteres Jung-Mitglied des Corps de Commandement, war sie eigentlich Michel Dousar unterstellt. Nach Lebens- und Arbeitsstationen auf dem Gerüstbau (etwas zu klein), als Metro-Lokführerin (nach einigen Monaten in Paris aus Kostengründen aussortiert), dann einige Monate als Botschafterin der Plus Belles Phrases d’Amour, einer Sex-Hotline im ländlichen Limousin, hatte sie mit nunmehr 32 Jahren den Dreh zu einer echten Anstellung bekommen; sie war auf die Akademie ENSP, École nationale supérieure de la Police gewechselt und hatte dort in Rekordzeit alle Kurse mit Bravour bestanden, so dass sie trotz ihres jungen Alters direkt im Anschluss in Lyon an der Université-Jean Moulin-Lyon III Einführungskurse für jüngere Kollegen gegeben hatte.

Michel Dousar

Da war er wieder, Michel Dousar, auch «le Crate» genannt; der sprichwörtliche Bürokrat. Die Inkarnation des Idealtypus eines angepassten, pflegeleichten, dem System absolut verbundenen und nur durch mehrseitige Formulare zu beeinflussenden Non-Individuums. Ein Systemträger erster Güte und man würde annehmen, er sei durch nichts von dieser Art abzubringen. Aber Imbert kannte ihn wesentlich besser und wusste genau, weshalb er sich Dousar in seine Truppe geholt hatte.

A U T O R

Wissenswertes über den Schriftsteller

Markus Korsmeier

Jahrgang 1962

Seit vielen Jahren mit Kurzgeschichten und sehr persönlichen Essays auf einer eigenen Blogplattform präsent.
Beruflich seit 1984 als IT-Berater, Software-Entwickler und Quality Manager selbständig unterwegs.
Neben der Lust an Kultur, Reisen und Photografie immer mehr fasziniert von der Macht des geschriebenen Wortes.